Luigi Rossi

Die Emigration ist ein Feuer: Ein Feuer, das zerfrisst oder reinigt. Dieses Feuer destilliert die feinsten Essenzen: Es entzündet Körper und Seelen. Und es kann dich einäschern.

Trotzdem: Aus den Flammen dieses Feuers, wie uns die Jahrhunderte alte Geschichte der Emigration lehrt, sind unzählige Werke und Menschen hervorgegangen. Menschen und Werke, die die höchste Achtung verdienen.

Feuer und Flammen bedeuten eine andere Sprache, eine andere Kultur, andere Traditionen und Tätigkeiten, von der Grube bis zum Hochofen, Arbeitszeiten an der Grenze des Ertragbaren und Ausbeutung jeder Art, keine Rechte und der Kampf für ein lebenswertes Leben. 

Zu wenig Zeit und Raum für Dichtung, Prosa, Journalismus, Theater, Kino, Musik, Malerei, Gewerkschaftskämpfe des „Anderen Italien“.

Es scheint, als habe es nie existiert.

Und die Werke existieren trotzdem. Sie atmen. Sie sprechen. Sie handeln. Sie vermitteln Emotionen und Wissen.

Sind würdevoll und ehrlich.

Es sind die Werke der Interkulturalität.

Werke, geschrieben mit den geflochtenen Fäden der Sprachen und Kulturen.